
Hypnosystemik ist die Verbindung zweier ursprünglich eigenständiger therapeutischer Richtungen: der kompetenz‑aktivierenden Hypnotherapie nach Milton H. Erickson und den lösungsorientierten systemischen Ansätzen, wie sie unter anderem von der Heidelberger Schule um Helm Stierlin entwickelt wurden.
Während die Hypnotherapie vor allem die inneren, unwillkürlichen Prozesse und die Wirkung der Aufmerksamkeitsfokussierung betont, richtet die systemische Perspektive den Blick auf Beziehung und Kontext. In der hypnosystemischen Haltung fließen beide Sichtweisen zusammen: das Innere und das Äußere, das Selbst und seine Bezüge zur Welt.
Dr. med. Gunther Schmidt, Begründer der hypnosystemischen Therapie, hat diese Modelle in den 1980er‑Jahren zu einem integrativen Gesamtkonzept verbunden. Seit 2007 bildet das hypnosystemische Integrationsmodell die theoretische und praktische Grundlage der sysTelios Klinik und wird laufend weiterentwickelt.
Würdigung des Unwillkürlichen. Unwillkürliche Prozesse – körperliche und seelische Reaktionen, die sich unserem bewussten Zugriff entziehen – werden nicht als Störung verstanden, sondern als sinnvolle Lösungsversuche, die aus früheren Lebenskontexten stammen. Ziel ist es, ihren Sinn zu verstehen und neue Wahlmöglichkeiten im Umgang damit zu entwickeln.
Aktivierung vorhandener Kompetenzen. Hypnosystemisches Arbeiten geht davon aus, dass alle Menschen über hilfreiche Ressourcen verfügen – auch dann, wenn sie zeitweise nicht zugänglich erscheinen. Hypnosystemische therapeutische Prozesse zielen darauf, Selbstwirksamkeit und Zugang zu diesen inneren Kompetenzen zu stärken.
Gestaltung von Beziehung und Kontext. Veränderung entsteht im Zusammenspiel von Beziehung, Resonanz und Kontext. Ein hypnosystemisches Vorgehen bezieht daher die Dynamik zwischen inneren Anteilen, zwischenmenschlichen Beziehungen und äußeren Strukturen mit ein.
Erweiterung von Wahrnehmung und Fokus. Erleben wird in jedem Augenblick aktiv erzeugt – durch bewusste und unbewusste Aufmerksamkeitsprozesse. Indem Menschen die Art und Richtung ihrer Wahrnehmung gestalten, verändert sich auch ihr inneres Erleben.
Selbstführung und innere Kooperation. Zentrales Anliegen ist die Entwicklung einer liebevollen, kooperativen Haltung zu sich selbst und zu den eigenen inneren Anteilen. So entsteht die Möglichkeit, auch auf herausfordernde Lebensereignisse kreativ und integrierend zu reagieren.
In der sysTelios Klinik wird Hypnosystemik seit vielen Jahren in einem interdisziplinären Team therapeutisch, organisatorisch und im täglichen Miteinander gelebt. Dieses Erfahrungswissen – kombiniert mit wissenschaftlicher Fundierung – bildet die Grundlage der sysTelios Akademie.
Die Akademie überträgt die hypnosystemische Haltung und Methodik in praxisnahe Weiter‑ und Fortbildungen. Sie macht das klinische Erfahrungswissen für Menschen aus Therapie, Pädagogik, Coaching, Organisationsentwicklung und anderen Kontexten zugänglich – für alle, die hypnosystemische Prinzipien in ihrem eigenen Arbeitsfeld erleben und anwenden möchten.
So wird Hypnosystemik von der Klinik über die Akademie in die Welt getragen: als Haltung der Achtsamkeit, der Wahlmöglichkeiten und der gesundheitsförderlichen Verbundenheit von Denken, Fühlen und Handeln.